Igelstachelbart
Hericium erinaceus
Der Igelstachelbart sieht aus wie kein anderer Pilz: Statt Hut und Lamellen trägt er einen Schopf aus langen, weichen Stacheln. Im Englischen heißt er deshalb Lion’s Mane, auf Deutsch auch Löwenmähne oder Affenkopfpilz.
Aussehen
Der Fruchtkörper ist knollig bis kugelig, 5 bis 25 Zentimeter groß und zunächst rein weiß, im Alter cremefarben bis gelblich. Von ihm hängen dicht an dicht 1 bis 5 Zentimeter lange Stacheln herab, auf deren Oberfläche die Sporen gebildet werden. Das Fleisch ist weiß und weich.
Wo er wächst
Er wächst an Wunden lebender und an abgestorbenen Laubbäumen, vor allem an Buchen und Eichen, und erscheint im Spätsommer und Herbst. In freier Natur ist er selten und in Deutschland geschützt. Pilze für Küche und Handel stammen daher aus Kultur, wo er auf Holzsubstrat zuverlässig wächst.
Geschichte und Name
In China und Japan wird der Pilz seit Langem gegessen. Sein chinesischer Name Hóu Tóu Gū bedeutet „Affenkopfpilz“; der japanische Name Yamabushitake erinnert an die Yamabushi, Bergmönche, deren Gewänder mit ähnlichen Quasten geschmückt sind.
In der Küche
Frisch hat der Igelstachelbart eine feine, faserige Konsistenz und einen milden Geschmack, der oft mit Meeresfrüchten wie Krabben oder Hummer verglichen wird. Am besten wird er in Scheiben geschnitten und in Butter oder Öl goldbraun gebraten. Getrocknet wird er für Tee und Pulver verwendet; außerdem gibt es ihn in Kapseln und als Extrakt.
Literatur zum Weiterlesen
- Gminder, A.: Handbuch für Pilzsammler. Kosmos, Stuttgart.
- Laux, H. E.: Der große Kosmos-Pilzführer. Kosmos, Stuttgart.
