Reishi
Ganoderma lucidum
Der Reishi – auf Deutsch Glänzender Lackporling – gehört zu den bekanntesten Pilzen Ostasiens. Seinen Namen verdankt er der Oberfläche, die aussieht, als wäre sie frisch lackiert. In China heißt er Lingzhi, in Japan Reishi.
Aussehen
Der Fruchtkörper ist ein holziger Porling: nieren- bis fächerförmig, 5 bis 25 Zentimeter breit und meist seitlich gestielt. Die Oberseite glänzt rotbraun bis kastanienbraun und zeigt konzentrische Zuwachszonen; der wachsende Rand bleibt lange heller, oft gelblich. Auf der Unterseite liegen keine Lamellen, sondern feine, weiße bis cremefarbene Poren, die sich bei Druck bräunlich verfärben.
Wo er wächst
In der Natur wächst der Reishi an Stümpfen, Wurzeln und am Stammgrund von Laubbäumen, in Mitteleuropa vor allem an Eichen. Er bildet seine Fruchtkörper im Sommer und Herbst und ist bei uns eher selten. Für den Handel wird er gezüchtet, meist auf Holzstämmen oder auf Substrat aus Sägespänen.
Geschichte und Name
In China wird der Lingzhi seit fast zweitausend Jahren beschrieben und in der Kunst dargestellt: Auf Malereien, Schnitzereien und Stoffen ist seine geschwungene Form ein beliebtes Glückssymbol. Auch der Kopf des Ruyi-Zepters, eines traditionellen Glücksbringers, ist häufig einem Lingzhi nachempfunden. Weil wild gewachsene Exemplare selten waren, galten sie lange als kostbar; der Anbau in größerem Stil begann erst im 20. Jahrhundert.
Zubereitung
Als Speisepilz eignet sich der Reishi nicht: Der Fruchtkörper ist hart wie Holz und schmeckt deutlich bitter. Getrocknet und in Scheiben geschnitten oder gemahlen wird er traditionell als Tee aufgekocht – je länger, desto kräftiger und bitterer der Geschmack. Heute ist er außerdem als Pulver, in Kapseln und als Extrakt erhältlich.
Literatur zum Weiterlesen
- Gminder, A.: Handbuch für Pilzsammler. Kosmos, Stuttgart.
- Laux, H. E.: Der große Kosmos-Pilzführer. Kosmos, Stuttgart.
